Konzept

Die NaturRaumSchule ist eine ganztägige Regionalschule mit Grundschule und Hort. In Werkstätten und Lernbereichen sowie der Natur können die Schüler ihrer intrinsischen Motivation folgen und auf vielfältige Weise sich und die Welt kennenlernen.

Im angeschlossenen NaturRaumKindergarten werden Kinder im Alter von 3 Jahren bis Schuleintritt begleitet.

Kinder kommen bereits hochintelligent zur Welt, unsere Aufgabe ist es, sie authentisch und liebevoll zu begleiten, so dass die Entdeckerfreude und Gestaltungslust bis ins Erwachsenenalter beibehalten wird. Mit Liebe, Vertrauen und Achtsamkeit kann das gelingen.

Wir leben in einer Zeit, in der sich das Wissen der Menschheit und damit auch dessen spürbare Auswirkungen im Alltag explosionsartig vervielfältigen. Angesichts dieser Tatsache ist es unseres Erachtens die größte Aufgabe für eine Bildungseinrichtung, den heranwachsenden Menschen das selbstbestimmte Lernen zu ermöglichen. Dabei wird die Persönlichkeit des Kindes geachtet und seine freie Entwicklung und Entfaltung begleitet.

Lernen ist ein natürliches Bedürfnis eines jeden Menschen und benötigt weder Druck, noch Lenkung von außen oder gar Bewertung. Vertrauensvolle Beziehungen in einer Gemeinschaft schaffen Sicherheit, um der Kreativität freien Lauf zu lassen und sich so Wissen selbstbestimmt und eigenverantwortlich anzueignen.

Selbstbestimmtes Lernen kann die vielfältigsten Formen annehmen: direktes Unterrichten, Frontalunterricht, zeitlich befristete Kurse, Lernvereinbarungen, Stationsarbeit, Wochenplanarbeit, Projekte, Werkstattarbeit, Fallstudie, entdeckendes Lernen, etc.

Diese Lernmethoden zeichnen sich durch einen unterschiedlichen Grad an Freiheit des Schülers, an Strukturiertheit der Umgebung und Anforderungen an den Lernbegleiter aus. Mit der Kenntnis dieser Methoden gehen wir täglich in den Prozess der Schule, wissend, dass Methoden auch Bestandteile für Lernprozesse sein können.

Wir ermöglichen ein praxisnahes, multisensorisches Lernen in einer anregenden und angstfreien Umgebung. Je nach Spiel- oder Lernvorhaben finden sich die Kinder und Jugendlichen z.Bsp. in Arbeitsgemeinschaften, Lerngruppen oder Kursen zusammen, so dass auf natürliche Weise Ko-Edukation stattfinden kann und unterschiedliche Bedürfnisse und Potenziale Beachtung finden. Kinder lernen liebend gern von anderen Kindern. Das ist oft einfacher, denn das Kind als Lehrer ist näher am Schüler und seinen Herausforderungen dran, als ein Erwachsener, denn es war selbst einmal in der gleichen Situation und kann die Aufgabenstellung nachempfinden. Die Erklärungen sind gewöhnlich einfacher und verständlicher. Dem Lernenden gibt es einen starken Anreiz, zügig und gut zu lernen, um dem Mentor gegenüber aufzuholen. Wenn Kinder anderen Kindern etwas vermitteln, gibt ihnen das ein Gefühl von Fähigkeit und sie selbst können mit dem Stoff noch besser umgehen, weil sie sich Klarheit darüber verschaffen und es richtig verstehen wollen.

So erlangen die Schüler sowohl Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, als auch eine selbstständige Arbeitsweise und ein ausgeglichenes Verhältnis zu sich selbst.

Das sogenannte Flow-Erlebnis, das völlige Aufgehen und Versinken im Tun, ist eine ideale Basis zum Lernen. Es liegt genau in der Mitte zwischen Angst und Langeweile. Angst entsteht, wenn die Situation den Schüler überfordert und dessen Handlungsfähigkeit übersteigt. Dann wird die Belastung als Angst oder zumindest Besorgtheit empfunden. Langeweile wiederum folgt durch Unterforderung. Sind die Anforderung der Situation und die Fähigkeit des Schülers ausgewogen, kann ein Flow-Erlebnis entstehen. Dies sind dann Tätigkeiten, die vom Lernenden als bedürfnisorientiert empfunden werden. Der natürlichste Ausdruck eines Kindes ist das freie Spiel, hier entsteht Vertrautheit mit sich selbst, seinen Fähigkeiten und Emotionen. Das Kind bewegt sich in seiner eigenen Welt und lebt völlig im Augenblick. Die im freien Spiel zum Ausdruck kommende Lebendigkeit verdient Achtung und Schutz.

Eine Umgebung, die frei wählbare Umsetzungsmöglichkeiten hat, ermöglicht ein Lernen aus intrinsischer Motivation heraus. Das Kind bleibt sich selbst treu und hat jederzeit Wahlmöglichkeiten für sein Tun. Durch das Erleben von Freiheit können selbstgesteuerte Lernprozesse stattfinden. Eine aktive Arbeitshaltung wird eingenommen, wenn sich der Heranwachsende wohl fühlt.

Selbstgesteuerte Lernprozesse sind förderlich für das Erinnern und Wiederabrufen, da das Kind den Zeitpunkt, die Materialien, die Fragestellung, die Vielfalt der Lösungswege, die Art der Herangehensweise, die Wahl der Unterstützungssysteme, die Auswahl des Themas überhaupt usw. selbst bestimmt und so dem Lerninhalt entspannt begegnen kann.

Am Ende der Grundschul- bzw. der Sekundarstufenzeit haben sich die Schüler weitestgehend mit den Inhalten der Rahmenlehrpläne des Landes Mecklenburg-Vorpommern befasst. Darüber hinaus werden noch weitere durch die Interessen der Kinder angeregte Themen in den Schulalltag eingebracht. Die Lernbegleiter dokumentieren den Lern- und Entwicklungsstand der Schüler und nehmen Leistungen wertschätzend wahr. Am Ende des Schuljahres bekommt jeder Schüler eine Dokumentation in Form einer Jahresmappe sowie einen persönlichen Brief von einem Lernbegleiter. Ab der Orientierungsstufe arbeiten wir mit Kompetenzrastern. Diese zeigen in tabellarischer Form die Unterrichtsinhalte aller Fachbereiche auf und die Schüler können ihr Wissen mit diesen abgleichen und feststellen, was sie noch alles lernen können.

Wir befürworten eine für den Schüler sich zeitlich richtig anfühlende Positionierung für einen bestimmten Bildungsgang. Mit Blick auf das Kind und den Jugendlichen und die Berücksichtigung individueller Interessen können wir Lernlust und Freude an der Schule bestärken. Der Zusammenhalt einer Gruppe wird vertieft, weil die Schüler altersgemischt lernen. Jugendliche mit unterschiedlichen Lernstärken lernen an der NaturRaumSchule vorrangig gemeinsam, denn dem gegenseitigen Helfen kommt ein hoher Stellenwert zu. Lernleistungen werden so in gemeinsamer Schaffenskraft erbracht, die Gruppe arbeitet solidarisch zusammen.

Offene Lernformen erfordern sowohl freie Entscheidungen als auch Kooperationsfähigkeit. Wir leben eine Praxis der Mitbestimmung, finden gemeinschaftlich Regeln und stärken so das Selbstwertgefühl jedes Einzelnen. Bei Regelverstößen setzen wir auf Einsicht und Wiedergutmachung und lehnen Strafen ab.

Schulen gehören zur Gemeinde und unsere wird mit ihnen verwoben sein. Lernen in der Lebenssituation benötigt eben genau diese- Lebenssituationen. Die NaturRaumSchule strebt eine intensive Vernetzung mit der Stadt Rostock und den umgebenden Dörfern an.

Ein Besuch auf dem Bauernhof, die Mitarbeit bei Handwerkern oder das Besorgen von Arbeitsmaterial sind Gelegenheiten, um Zusammenhänge zu verstehen und die Lebenswirklichkeit zu leben. Wir sind offen, Lernorte auch außerhalb des Schulgeländes zu besuchen, ebenso wie wir offen sind, unseren Mitmenschen Raum zu bieten. Wir leben eine Gemeinschaft, wir geben Möglichkeiten, auch Wege gemeinsam zu gehen.

Den Schulalltag auch draußen zu verbringen, sehen wir als großen Schatz an. Die Natur bietet alles, was zum Leben notwendig ist, Sicherheit und Herausforderungen, Schutz und zugleich Abenteuermöglichkeit und auch Langsamkeit, Erdung, Ruhe und Gleichgewicht. Sich immer wieder mit der Natur zu verbinden und Ruhe und Gleichgewicht zu finden, ist unser Anliegen.

Eine lange Zeit fand das Leben im Wesentlichen draußen, in der natürlichen Umgebung, mit der Menschen tief verbunden waren, statt. Soziales Lernen, emotionales Lernen, kognitives Lernen und auch Spielen waren stets miteinander verbunden. All diese Vorgänge waren integriert im täglichen Leben. Lernen war mit Selbsterfahrung, dem Kennenlernen der eigenen Kräfte und Grenzen, verknüpft. Psychisch, physisch, sozial, emotional wurde ein Fundament fürs Leben gelegt, und das alles durch Naturerfahrungen.

Die Verbindung mit der Natur, dem Klima, mit Leben und Tod bringt uns uns selbst näher und hält uns wach und wahrhaft lebendig. Ein Jeder kann Lernen und Lehren, egal welches Alter er hat, Keiner ist zu alt zum Lernen und Niemand zu jung zum Lehren, Jeder kann die Prozesse erfahrbar machen.

Wir arbeiten mit Wildnispädagogen zusammen, die ihr Wissen an die Kinder und Erwachsenen weitergeben.

Hierbei wird oft die Lehr- und Lernmethode des Coyote Teaching verwendet, eine von nativen Völkern benutzte Art, den Fragenden selbst zum Antwortenden werden zu lassen. Fragen stellen, die zum Nachdenken anregen, ist wichtiger als Erklären. Sich mit seiner Umgebung auseinander zu setzen, neue Lösungsstrategien zu entwickeln, persönliche Grenzen und alte Denkmodelle überwinden und sich mit der eigenen Natur vertraut machen, behält die Neugier bei und dehnt die Aufmerksamkeitsspanne.

Ursprüngliches Wissen schafft eine tiefe Verbindung zu Mutter Erde, zu den Menschen sowie der belebten und unbelebten Welt, ebenso eine Wertschätzung der Energie des gesamten Kosmos.

Kinder und Jugendliche haben ein besonderes Verhältnis zu Tieren. Uns ist wichtig, dass sie den artgerechten und achtsamen Umgang mit ihnen lernen und leben. Insekten werden nach der Beobachtung wieder zurückgesetzt, seltene Pflanzen werden wachsen gelassen und Bäche und Seen sowie das Meer geachtet. So wird ein Gefühl für ein Leben mit Frieden erfahren und ein ökologisches Bewusstsein entwickelt.

Der Garten des NaturRaumGeländes kann von allen, jungen und älteren Menschen gepflegt werden. Blumen säen, Bäume pflanzen und Tiere versorgen, sieht Jeder als seine Aufgabe. Gemüse und Obst möchte gepflegt und geerntet werden und eine mit selbst geernteten Zutaten zubereitete Mahlzeit schmeckt gleich doppelt so gut.

Wir lassen uns von der Natur leiten. Sowohl der Rhythmus der Jahreszeiten, als auch die Wachstumsprozesse von allem, was Leben in sich trägt, verdienen besondere Beachtung und bieten vielfältigste Lernmöglichkeiten.

Mit viel Liebe und Zeit haben wir unser Kindergartenkonzept zu Papier gebracht, ebenso das pädagogische Konzept der Schule. Dieses wird im Moment überarbeitet. Es wird kürzer und klarer und vor allem genauer bezüglich der Umsetzung der Rahmenlehrpläne MVs.