Kinder

Unsere Schule ist ein Ort des Lebens, an dem Kinder sein dürfen, wie es ihrem Wesen entspricht. Jedes Kind ist wertvoll und einzigartig und bereichert durch sein Dasein die Gemeinschaft. Die Kindheit ist ein menschliches Entwicklungsstadium, welches sich grundlegend von dem Leben des Erwachsenen unterscheidet. Jedes Kind ist sein eigener Schöpfer und trägt das Potential in sich, seine eigene Persönlichkeit durch seine intrinsische Motivation und mithilfe von Umwelteindrücken aufzubauen.

 In jedem Menschen steckt das Bedürfnis nach freier Entwicklung und Selbstbestimmung, Sozialität sowie der Wunsch akzeptiert und geliebt zu werden.

 Von Geburt an mit grundlegenden Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten, mit Wissensdurst, Motivation und Forschergeist ausgestattet, lernen Kinder aus eigenem Antrieb und sind aktive und kompetente Gestalter ihrer Entwicklung und Bildung. Individuell und einzigartig gestalten sie ihre Entfaltung in allen Persönlichkeitsbereichen.

 Kinder wollen wirksam sein, mit der Welt zusammenstoßen und dabei lernen. Sie wollen sich selbst organisieren, ihrer Fantasie nachgehen und ihre Gestaltungskraft und Zugehörigkeit erfahren, denn so lernen sie sich selbst kennen – im sicheren Beziehungsnetz: das ist der Motor ihrer Entwicklung.

 Jedes Kind wird in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen und wertgeschätzt. Kinder lernen sowohl ihre eigenen Grenzen zu erkennen und zu äußern, als auch die Grenzen Anderer zu respektieren und so durch Rücksichtnahme ein soziales Miteinander zu leben.

 Sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen, Freunde zu finden und zu erleben, dass wir für andere Menschen bedeutsam sind, geben uns Menschen das Gefühl der Sicherheit und des Getragenseins. Austausch und Kooperation, Konflikte und gemeinsame Erlebnisse ermöglichen uns, uns selbst zu entdecken und unsere Individualität innerhalb einer sicheren Gemeinschaft zu leben. Durch das Hervorheben der Stärken jedes Einzelnen kann sich Jeder als Bereicherung für die Gruppe erleben.

 Der innere Drang, die Welt und deren Wunder begreifen zu wollen, sorgt dafür, dass sich Heranwachsende auf den Weg machen, das Rätselhafte durch Verstehen zum Gewöhnlichen zu machen. Das Staunen bleibt dabei erhalten und ist der Anfang der Erkenntnis.

In enger Verbindung mit dem Staunen entstehen erste Ideen und Hypothesen: Das könnte so und so sein, das könnte so und so funktionieren, ich weiß es, sobald ich es ausprobiere und weiter erforsche. Daraus wachsen Fragen:

  • Assoziationsfragen- „Woran erinnert mich das?“, „Was weiß ich schon darüber?“;
  • Informationsfragen- „Wie viel, wie groß, wie weit?“, „Was brauche ich dafür?“, „Wie kann ich es messen?“;
  • Vergleichsfragen- „Wie hängt das eine mit dem anderen zusammen?“, „Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede erkenne ich?“;
  • Handlungsfragen- „Was würde geschehen, wenn ich etwas anders mache?“ und
  • Herausforderung stellende Fragen- „Was müsste ich tun, um dies oder jenes zu erreichen?“

Hypothesen, Fragen, Experimente und tastende Versuche wechseln sich ständig ab. Den Fragen folgt das Tun, das Ausprobieren und Üben. Material und Werkzeug stehen dafür ausreichend zur Verfügung. Dann folgen wieder Hypothesen und weitere Fragen und der Austausch mit anderen Lernenden, bis eine annehmbare Antwort gefunden wird.

Selbstbestimmte Lernprozesse bekommen Ruhe und Raum zum Nachwirken, so dass eine Integration neuen Wissens in den Organismus erfolgen kann.

 Geborgenheit, Zuwendung und das Gefühl des Angenommenseins zählen zu den Grundbedürfnissen eines jeden Menschen und sind Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung der Persönlichkeit. Unser Ziel ist es, in der NaturRaumSchule eine Atmosphäre zu schaffen, in der Wertschätzung, Akzeptanz und Toleranz erfahren werden.

 Ein Grundschüler, wenn er seine nötigen Erfahrungen machen durfte, fängt an, seine Welt zu seinem Vorteil zu erschaffen. Wirklichkeitsnahe Materialien und Situationen werden benötigt, um seine Logik zu schulen. Auch hier ist das Tun von größter Bedeutung, um greifbare Erfahrungen zu sammeln. Den Zeitpunkt der Lösung von der konkreten Welt bestimmt das Kind selbst. Dann erforscht es abstrakte Dinge, entdeckt „was die Welt im Innersten zusammenhält.“ (J.W. Goethe). Das Kind vertraut seinem Verstand, wenn es reale Erfahrungen mit der Welt machen konnte. So wird ein gewisser Abstraktionsgrad erreicht und kognitive Fähigkeiten können losgelöst vom bisherigen Bezug genutzt werden.

 Sicherheit durch eine den Kindern zur Verfügung stehende Umgebung, die ihnen ihrem Entwicklungsstand gemäßen Interaktionen ermöglicht und die Akzeptanz der biologischen, sozialen, emotionalen und intellektuellen Wesensart jedes Menschen stehen im Vordergrund.