Einschulung darf sich richtig anfühlen

Doreen nimmt uns mit in ihren ganz persönlichen Moment: die Einschulung ihres zweiten Kindes an der NaturRaumSchule und in das Gefühl, warum sie sich auch für ihr zweites Kind wieder für diesen Weg entschieden hat:

Ich stehe an der Treppe, ein Weidenzweig streift meine Schulter, über mir laufen die Kinder Stufe für Stufe hinauf. Oben hängt ein Himmel aus Stoff über dem Raum. Kissen liegen im Kreis, keine Stuhlreihen. In der Mitte: ein Baumstamm, umringt von Sonnenblumen, einer brennenden Kerze, Federn im Wind der offenen Fenster.

Unsere Große kenne ich hier schon lange – sie ist Teil dieser Schulgemeinschaft. Und trotzdem sitze ich wieder mit klopfendem Herzen da, weil unser Mini heute zum ersten Mal auf einem dieser Kissen sitzt.

Die Lernbegleiter*innen beginnen zu erzählen – mit verstellten Stimmen, mit einem Ernst, der trotzdem federleicht bleibt. Die Kinder halten den Atem an. Und ich merke: das hier ist keine Show für einen Tag. Es ist die Sprache, in der diese Schule das ganze Jahr spricht.

Der Tag selbst war wunderschön – Baumstamm in der Mitte, Sonnenblumen, Federn, ein Himmel aus Stoff über unseren Köpfen. Aber ehrlich: der schönere Moment ist eigentlich jetzt.

Geht dein Kind morgens gerne los? Darf es in seinem eigenen Tempo lernen – oder spürt es jeden Tag den Vergleich? Wird es als Person gesehen, oder vor allem als jemand, der etwas leisten muss?

Unser Mini schreibt gerade Briefe an seine Freunde. Kaum lesbar, mit viel Eifer. Niemand hat das verlangt – er will einfach umsetzen, was er lernt. Das passiert, wenn Neugier nicht abtrainiert wird, sondern Raum bekommt.

Ich glaube, genau das brauchen Kinder später auch: nicht nur Stoff abliefern können, sondern wissen, wer sie sind und wie sie lernen. Unsere Große erlebt das hier schon länger, unser Mini jetzt seit vier Wochen – beide gehen gerne. Ohne Ziehen, ohne Drama.

Weiter
Weiter

Das erste Schachturnier an unserer Schule